Wochenrückblick: 40 11 Monate, Werbeopfer und Futter

45/2018

11 Monate ist er alt der Bebimann! Wie die Zeit vergeht. Wie sie nicht vergeht. Wie sie rennt. Wie sie kriecht. In 4 Wochen wird der Pupa ein Jahr alt…

Nun ist aber erstmal mein Geburtstag. Lex wird den Tag in der HuTa verbringen. Ich mache mir nichts aus meinem Geburtstag. Nicht mehr. Ich weiß auch nicht warum ich ihn feiern sollte. Ich habe nicht darum gebeten geboren zu werden. Deshalb ist es auch egal, dass ich an diesem Tag einen Termin bei einem neuen Psychiater habe. Daniel hat sich frei genommen. Ich habe ihn gern bei Terminen dabei. Das hat verschiedene Gründe, einmal ist es meine extrem stark ausgeprägte soziale Phobie, dann habe ich große Schwierigkeiten mich in unbekannter Umgebung zu orientieren (durch die unterschwellige Angst und Panik kann ich nicht gut sehen und somit auch nicht lesen, bzw. verstehen was ich sehe), teilweise kann ich nicht sprechen, was total doof bei einem Termin ist bei dem man sich irgendwie artikulieren muss. Natürlich ist es oft nicht gern gesehen, dass ich in Begleitung Termine wahrnehme. Ich schreibe ausführlicher von diesen Termin auf meinem Blog.

Frauchen hat ne Dino bekommen! Dino schläft jetzt AUCH mit im Bett.

Am Abend bekommen wir einen hundemüde, nach Pipi stinkend, Augen strahlenden Lex zurück. So gehört das!

In der vergangenen Woche habe ich mich noch einmal Lex’ Futter und dessen Zusammensetzung gewidmet. Gerade beim B.A.R.F. ist es wichtig hin und wieder einmal kritisch drauf zu gucken. Ich habe das Fett erhöht, die Ration im Ganzen aber reduziert. Man spricht von einer Futtermenge von 2-4% des Körpergewichts. Mit 4% sind wird sehr gut dabei und Lex Rippen muss man gelegentlich schon auch suchen. Das Gesamtfett sollte bei 15-25% liegen (Öle, gehören nicht dazu! Die haben beim B.A.R.F. eine andere Aufgabe!). Wir waren deutlich drunter. Fett ist aber der Energielieferant. Energie kann auch aus Eiweiß gewonnen werden, würde aber auf Dauer zu lasten der Nieren gehen. Jod und Salz standen auch auf meinem Merkzettel. Das ist eher ein schwieriges Thema. Wolf würde Salz über Blut aufnehmen, Jod über Schilddrüse. Blut ist im abgepackten Fleisch jedoch nicht mehr zu finden. Eine Rinderschilddrüse ist deutlich zu viel Jod – daher sollte man beim Füttern von Kopffleisch, Strosse und getrockneten Kehlköpfen auch eher vorsichtig sein. Ich gebe Jod in Form eines Algenmehls dazu, Himalaya Salz in kleinen Mengen. Unsere Suche nach einem Barf-Berater, der sich einfach mal grundsätzlich alles anschaut und gegen rechnet, gestaltet sich als Ding der Unmöglichkeit. Schade. Kurweise bekommt Lex zum Fellwechsel Bierhefe und Hagebuttenpulver mit ins Futter gemischt.

Ich muss zugeben, dass ich ein kleines Werbeopfer bin. Ich bin mir dessen durchaus bewusst, dennoch wandert immer wieder Hundezubehör in meinen Warenkorb. Hier das tolle Handtuch, da der tolle Frotteemantel, dieses Kauspielzeug, jene Leine. Ich rede mir gern ein, diese Dinge unbedingt zu brauchen und das sie eh ungemein praktisch sind. Ich muss aber auch zugeben, dass die Sachen leider auch praktisch sind. Also fast alle! *zur Hundeschimmweste schielt* . Lex’ Frotteemantel ist super wenn er so richtig nass ist. Das kleine Handtuch ist perfekt für einfach mal schnell abtrocknen, dabei selbst schnell wieder einsatzfähig. Die Softshelldecke ist toll für drinnen und draußen – wir wollen sowieso mit dem Deckentraining starten haben es aber mangels Decke bisher nicht so richtig gemacht… *hust* Der Kurzführer wird sicher noch was werden, sobald Lex leinenführig ist. Ein Leuchthalsband ist unabdingbar in der dunklen Jahreszeit und überhaupt braucht Lex einen Mantel?! Kaffeebaumwurzelkauholz.

Natürlich gibt es auch eine Gassigeh-App. Sehr zu Herrchens Freuden!

Softshelldecke – für drinnen und draußen

Ich glaub den Vogel habe ich jetzt dem diesem Entspannungsgerät einer bekannten TV-Serie abgeschossen. Sehnsüchtig warte ich schon auf die Lieferung. Nachdem diese auf unbestimmte Zeit irgendwann Ende des Jahres vertagt wurde, da kurzfristig vergriffen, soll es nun doch in dieser Woche kommen. Was ich mir davon verspreche? Lex helfen sich zu entspannen. Vielleicht lässt er sich darauf ein. Vielleicht lässt es sich hier so gut konditionieren, dass wir ihm ein wenig vom Stress draußen nehmen können. Vielleicht lasse ich mich darauf konditionieren. Gegen Ende der Woche halte ich das Gerät in Händen. Ein kleiner Lautsprecher mit einer handvoll Knöpfe. Das Gerät muss zunächst aufgebaut werden, sprich positiv konditionieren. Am besten setzt man es ein wenn der Hund entspannt liegt. Das macht man über ein bis zwei Wochen immer mal wieder um die hörbaren, aber auch die “unhörbaren” Töne mit Ruhe und Entspannung zu verknüpfen. Den ersten Einsatz hat das Gerät gleich am Abend. Im Schlafzimmer kommt Lex schnell zur Ruhe, also der perfekte Ort um es auszuprobieren. Ich warte bis er sich entspannt hin legt. Dann schalte ich das Gerät ein – die leiseste Stufe empfinde ich im stillen Schlafzimmer noch als recht laut, es “merkt” sich diese Einstellung auch nicht und ist beim nächsten Gebrauch wieder auf mittlerer Lautstärke. Die hörbaren Töne sind angenehmen. Wie Entspannungsmusik eben. Solang der Lautsprecher auf meinem Nachtisch steht bleibt Lex entspannt liegen. Mir ist es allerdings zu laut und ich bitte Daniel – Lex schläft halb auf mir – es ins Regal gegenüber des Bettes zu stellen. Nach einem kurzen Moment springt Lex aus dem Bett. Läuft hin und her, bleibt dann vor dem Regal stehen. Dann kommt er zurück ins Bett. Legt sich hin, hört aber aufmerksam und dreht den Kopf dabei nach links und rechts. Irgendwann legt er sich schnaufend komplett ab. Robbt ans Fußende, näher an den Lautsprecher. Irgendwann springt er wieder aus dem Bett und legt sich in seine Ecke unter dem Fenster. Das Gerät schaltet sich nach 120 Minuten von alleine aus. Am nächsten Morgen setzte ich es im Wohnzimmer ein. Lex hat sich in seine Box gelegt und ich nutze den Augenblick. Solang der Hund ruhig und entspannt ist, kann man es laufen lassen, sobald Unruhe einkehrt ausmachen damit keine falschen Verknüpfungen entstehen. Er schleppt sich aus der Box, anhand seines schleppenden Ganges weiß ich, dass er gleich irgendwo zu Boden plumpsen wird. Er legt sich mit dem Kopf zum Fenster, die Schnauze auf seinem Kissen und macht direkt wieder die Augen zu. Das Fenster, auch Hundekino genannt, ist zur Zeit eher Aufregung als Entspannung. Ich lasse das weiter Gerät laufen, die Augen bleiben zu, er seufzt tief, nach 10 Minuten fängt er an zu träumen. Ohren und Nase wackeln. Die Augen gehen auf, er legt sich auf die Seite, schnauft und schläft weiter.

In dieser Woche treffe ich mich wieder allein mit der Trainerin. Diesmal ist auch ihre alte Hündin dabei, beim nächsten Mal kommt ihr Rüde mit (sofern ihre junge Hündin mit der Läufigkeit durch ist – da mag er andere Rüden nämlich nicht so gern). Ich bin sehr gespannt auf den Wolfshund. Daniel hat ihn schon kennen lernen dürfen und war sehr beeindruckt. Ich nutze die Zeit bevor das Training beginnt mit einer Ruheübung vor dem Haus. Ich habe Lex’ Decke dabei.

Er ist sehr aufgeregt, legt sich aber durchaus ab. Natürlich erkennt er das Auto der Trainerin. Keine Chance, ich kann nicht mehr zu ihm durchdringen. Wir gehen wie beim letzten Mal aufs Feld. Ich traue mich einfach nicht Richtung Dorf zu gehen… beim nächsten Mal! Wirklich! Lex ist insgesamt etwas ruhiger als beim letzten Mal. Als wir den Feldweg erreichen, lasse ich ihn noch einen Moment ohne Leine bei mir gehen. Es fällt ihm sichtlich schwer. Dann gebe ich ihn frei. Ist ein andere Hund dabei, kann ich ihn wirklich frei laufen lassen. Tatsächlich ist es auch er, der auf den Namen der Hündin sofort mit wedelnder Rute vor der Trainerin sitzt. Ablegen aus der Bewegung, Abruf unter Ablenkung. Wir besprechen Verschiedenes. Lex ist genauso wie er für sein Alter sein soll. Wenn es “bei Fuß” aktuell mit Leckerlis klappt, warum nicht. Im Kopf erstelle ich mir meinen Hausaufgabenliste:

  • Ablegen aus der Bewegung
  • Abrufen unter Ablenkung
  • Maulkorbtraining – der Maulkorb ist wieder da, passt perfekt
  • Fuß
  • Dummytraining
  • “Schnuller” – wenn Lex an der Straße ruhiger ist wenn er was zum Kauen hat, gibt es eben was zum Kauen, ich hatte an den Dummy gedacht, allerdings muss dieser noch aufgebaut werden.

Wir treffen uns in zwei Wochen wieder.

Zwei Preydummies befinden sich nun auch in unserem Hundezubehörallerlei. Ich habe bei unserem Cafe Besuch mit unserer Trainerin den Aufbau besprochen. Praktischer weise wickeln wir das Ganze von hinten auf. Lex reagiert nun mal stark auf Bewegungsreize. Deshalb fangen wir nicht an das Teil zu werfen. Wir üben das Halten, Tragen, das Zurückkommen mit Dummy. Erst dann wird der Beutel von Daniel oder mir ein zwei Schritte entfernt abgelegt – gelegt nicht geworfen – und Lex darf sie einsammeln.

Wir üben also am Dummy, “Sit pretty” und “Licht” – Lex lernt den Lichtschalter zu drücken, was relativ schnell klappt. Daniel geht mit Lex alle zwei bis drei Tage eine kleine Runde Joggen. Weil es mit der Leinenführigkeit so sehr hapert und ich einfach nicht den körperlichen Dreh raus bekomme – bzw. durch meine Depression nicht in der Lage bin/war, wird “Fuß” als Kommando aufgebaut. Den wieder aufgeblühten Maulereien im Garten begegnen wir mit einem inneren Schmunzeln und machen Dinge die er nicht erwartet. Rennt er in seine Ecke zum Bellen, renne ich in eine andere Ecke. Zerrt er an meinem Ärmel, setzte ich mich auf den Boden, fange an zu singen und pflücke dabei Grashalme. Das Muster durchbrechen. Nicht auf seine Spiele eingehen. Was zur Folge hat, dass er nicht mehr auf die Weise geht… Versteht einer diesen Bebimann!

Im Verlauf der Woche geht es mir insgesamt besser. Ich habe mehr oder weniger starke Nebenwirkungen durch das neue Antidepressiva. Dennoch bin ich ganz optimistisch eingestellt. Nach dem der Montag mit seinen beiden “Terminen” für mich nun erledigt ist, scheint es langsam wieder bergauf zu gehen. Die Dosis ist noch zu gering um eine Wirkung bei Depression zu zeigen, allerdings hoch genug um mich bei meiner Angstsymptomatik zu unterstützen. Was ich deutlich an meiner Gassirunde am Abend bemerke. Es ist dunkel und ich bin mit Lex auf dem Feldweg unterwegs. Ich im Dunklen… Normalerweise sträuben sich mir schon die Nackenhaare wenn es im Flur dunkel ist.

Wer lacht mich denn da über die sozialen Medien an? Baby Lex als Werbegesicht für unsere Lieblingshundemenschen!

Das Wochenende nutzt Daniel wieder um mit Lex joggen und in die Stadt zu gehen. Durchwachsen ists, sehr aufgeregt ist der junge Mann. Weiter machen, dran bleiben. Wir schaffen das!

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